Er engagiert sich seit Jahren für jugendliche Geflüchtete und bietet ihnen nicht nur ein sicheres Dach über dem Kopf in einer eigenen Mietwohnung, sondern ist auch bei den Belangen des täglichen Lebens erster Ansprechpartner für seine Schützlinge. Dr. Franz von Busse hat uns Einblicke in die Sichtweise eines Vermieters an Geflüchtete gewährt.

Nach seiner beruflichen Laufbahn hat sich Franz von Busse zum Ziel gesetzt, einer Beschäftigung nachzugehen, die anderen eine Hilfestellung bietet. Der bereits bestehende Kontakt zum Verein für junge unbegleitete Geflüchtete „encourage e.V.“ hat ihn darin bestätigt, dass er besonders diesen Jugendlichen seine Hilfe zukommen lassen will. Nach mehreren vergeblichen Versuchen der Wohnungssuche für seine Schützlinge sah er keine andere Chance, als selbst fünf kleine Wohnungen in Berlin zu kaufen, um sie an die jugendlichen Syrer zu vermieten. Schließlich stand für ihn schnell fest, dass eine gesellschaftliche Teilhabe ohne Wohnung kaum möglich ist. Hierzu sagt Franz von Busse: „Was ich da an Erfahrungen sammelte über persönliche Einschränkungen und räumliche Unzulänglichkeiten in Sammelunterkünften und Wohnheimen, hat mich darin bestätigt, dass es mit einer eigenen Mietwohnung unvergleichlich besser läuft. Nicht bloß für die Integration – fürs Leben überhaupt.“

Außerdem nimmt er allen zukünftigen Vermietenden die Scheu vor bürokratischen Hindernissen, wenn er darauf hinweist, dass die Vermietung als solche keine große Hürde darstellt, sondern schnell zu bewerkstelligen ist, wenn die nötige Unterstützung durch Projekte und Initiativen von Beginn an genutzt wird. Zudem gibt er skeptischen Vermietenden mit auf den Weg: „Ja, sicher gehört eine Portion Zivilcourage dazu, die aber letzten Endes vergolten wird mit Verantwortung und Dankbarkeit. Und schließlich ist die Mietzahlung tendenziell sichergestellt, weil das Jobcenter dafür einsteht, wenn die geflüchteten neuen Mieter noch in Aus- oder Weiterbildung sind.“ Weiterhin merkt Franz von Busse an, dass die Jugendlichen, die seine Wohnungen bezogen haben, selbstverständlich noch keine Erfahrung hatten, Mieter in Deutschland zu sein und beispielsweise selbst Strom anzumelden. Aber auch bei dieser und manch anderer Angelegenheit im Alltag unterstützt er seine Schützlinge tatkräftig mit seiner Lebens- und Berufserfahrung.

Am Ende des Gespräches betont Franz von Busse, dass es schön wäre, wenn es mehr Projekte wie „Wohnhelden“ geben würde, die Geflüchteten Perspektiven und Unterstützung bieten könnten.

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